Die kleine Nina möchte bitte aus dem Ruheparadies abgeholt werden

Ach, das Wochenende steht vor der Tür. Wer träumt da nicht von Entspannung, Ausruhen und einfach mal relaxen. Seitdem ich Kinder habe, bleibt dieser Traum meist nur ein frommer Wunsch. Meist sind die Wochenende anstrengender als das Programm unter der Woche, denn meine Zwei sind den Kindergarten gewohnt und ihr perfektes Wochenende besteht vor allem aus einem: Action!

Doch selbst ist die Frau, also buchte ich mir einfach eine Auszeit. Herrlich! Vier Tage nur ich, mein innerer Frieden und Ruhe. Ich freute mich so sehr. Ich hatte mir ein schönes Hotel in den Bergen ausgesucht, mit Pool, Sauna und dem ganzen Zipp und Zapp. Es konnte nur großartig werden – ich spürte es. Kaum fuhr mein Zug ab, stellte sich die Entspannung schon ein. Ich sah fröhlich Serien auf dem Smartphone, schlürfte meinen Coffee to go und musste mich um niemanden kümmern. Nachdem ich mein Zimmer bezogen hatte, gönnte ich mir zum Abschluss des Tages noch etwas Schwimmband und Wellness und dann ab in die Federn. Serien gucken bis zum Abwinken und schlafen. Gegen 19 Uhr machte sich schon etwas Unbehagen breit. Es war schon sehr ruhig und auch total ungewohnt, dass niemand etwas von mir wollte. Naja, ich musste mich ja auch erstmal dran gewöhnen.

Der nächste Morgen begann ungewohnt früh. Wir halten fest: ich konnte ausschlafen – solange wie ich wollte und ich öffnete meine Augen um 4:47 Uhr! So früh werde ich nie wach, aber…Es half nichts. Ich konnte nicht mehr einschlafen. Also ließ ich mich vom TV berieseln und wartete darauf, dass es endlich 7 Uhr werden würde und ich frühstücken kann. Ein Frühstück so ganz ohne nörgelnde Kinder war anders. Es war vielleicht einfacher, aber es war auch so leise und irgendwie langweilig. Schnell war ich wieder auf meinem Zimmer widmete mich meiner Arbeit und war ganz froh, eine Aufgabe zu haben. Die dauerte auch noch so lange, dass an diesen Tag wenig Wellness war, aber ich hatte ja noch etwas Zeit. Der nächste Tag startete wieder um kurz vor fünf! Es muss die Bergluft sein. Ich war schon latent genervt von mir selbst, aber vielleicht hatte ich nicht genug Action. Also nach dem Frühstück wurde gewandert. Eiskalte, klare Luft, wunderschöne Natur, entspannende Stille – es war herrlich! Wahrscheinlich brauchten alle Stunden, um um den See zu spazieren – mir reichte eine. Ich genoss es, aber ich bin nicht so der Typ für langsames flanieren. Um auch sicher zu gehen, dass ich mich ausgepowert hatte und gut schlafen konnte, entschied ich mich noch für eine Runde Fitness am Abend.

Der nächste Morgen begann diesmal mit Muskelkater, aber wieder gegen 5 Uhr morgens. Es war zum Verzweifeln! Da kann man nach sechs Jahren endlich wieder ungestört schlafen und wer kriegt es nicht hin??? Auch war mir alles zu ruhig. Frühstück alleine am Morgen war nicht meins und somit wurde mein Aufenthalt dort auch immer kürzer. Ich fand mich damit ab, dass ich vielleicht doch nicht die Form der Ruhe und Entspannung brauchte, wie ich immer dachte. Ich liebe es am Morgen einen Kaffee ohne Geschrei und Gehetze zu trinken, aber danach darf man mich auch wieder stören. Und ja, Saunieren macht Spaß und ein entspanntes Bad ohne Lärm und Hektik, aber auch nur nach einem fordernden Tag.

Die Moral von der Geschicht‘: Urlaub allein ist nichts für mich! Ich dachte immer, dass wäre genau das, was ich brauche, aber ich glaube die Mitte macht’s. Entspannung, Action, das alltägliche Chaos und kurze Ruhepausen – das klingt wie Musik in meinen Ohren.