Should I stay or should I go?

Wie so oft im Leben merkt man erst nach einiger Zeit, dass man das ganz große Los gezogen hat – NOT. In diesem Fall sind leider die Kinder die Leidtragenden. Mittlerweile sind sie seit über acht Wochen zu Hause und sie schlagen sich gut. Doch wenn ich von anderen Eltern höre, dass der Kindergarten einen virtuellen Morgenkreis anbietet, Geschichten via Video vorgelesen werden oder den Kindern sogar zu Ostern ein Geschenk von ihrem Kindergarten vor die Tür gelegt bekommen haben, bin ich sehr froh, dass ich es weiß und nicht meine Kinder.

Es geht natürlich nicht ums Geld, sondern nur um die Kinder…

Viele werden in Zeiten von Corona sehr kreativ – zumindest die Unternehmer, die Angst um ihre Existenz haben und wirklich alles geben. Mein Sohn macht Taekwondo und spielt Fußball. Beide Anbieter haben wöchentliche Online-Trainings eingerichtet, bieten den Kindern Bastelanleitungen und geben sich große Mühe. Dort finde ich es nur selbstverständlich, dass man diese Firmen weiter unterstützt und diese Zeit zusammen durchsteht.

Genauso sehe ich das eigentlich beim Kindergarten. Unser Kindergarten kämpft nach Aussagen der Leitung, ums Überleben. Es hat sich nur nichts für sie geändert, außer dass sie nicht vor Ort sind und nichts leisten. Keine Kurzarbeit, kein Zwangsurlaub – nur keine Kinder. Auch die Aussage, dass das Team sehr kreativ mit dieser Zeit umgeht, ist für die betroffenen Eltern ein Hohn. Vielleicht dekorieren sie ihr zu Hause oder verwirklichen sich auch welche kreative Art und Weise auch immer, aber mit den Kindern oder den Umgang in dieser Zeit hat es definitiv nichts zu tun.

Für die Kleinen ist es schon schwer genug auf ihre Freunde zu verzichten und meine dreijährige Tochter weiß zwar, dass es Corona-Virus gibt, aber natürlich versteht sie es nicht. Daher hätte man sich als Eltern für seine Kinder einfach eine Unterstützung gewünscht, so dass zumindest versucht wird, Kontakt zu halten.

Bei uns kommt allerdings der große Kracher noch dazu. Neben den üblichen Gebühren, die sich bei zwei Kindern auf knapp 1000 Euro belaufen, war die Leitung so gütig, uns das Essensgeld zu erlassen. Wir haben daraufhin den Dauerauftrag entsprechend angepasst und leider nicht bemerkt, dass sich die Ausführung des Auftrages automatisch auf den nächsten Monat aktualisiert hat. Also haben wir in diesem Monat nicht rechtzeitig gezahlt. Gemerkt haben wir dies erst, als uns ein böser Brief ins Haus flatterte, in dem uns mit Sonderkündigung gedroht wurde, wenn wir nicht binnen zwei Werktagen den Betrag zahlen. So verfestigte sich der ohnehin schon sinkende Eindruck von dem Kindergarten erneut. Wenn man nach über drei Jahren regelmäßiger Zahlungen, die immer ausnahmelos pünktlich waren, einmal die Zahlung – aus welchen Gründen auch immer – nicht fristgerecht da ist, sollte man vielleicht das Gespräch suchen oder eine Mahnung schicken, aber sofort mit Kündigung zu drohen, zeigt schon deutlich, um was es bei diesem Kindergarten geht.

Auch wurde nie darüber informiert, welche Corona-Maßnahmen was für die Betreuung der Kinder bedeuten, doch als Markus Söder verkündete, dass die Eltern in Bayern die nächsten drei Monate keine Kindergarten-Gebühren zahlen müssen, wenn die Einrichtungen geschlossen bleiben, kam postwendend eine Email der Leitung. Diese Aussage wäre nicht konkret genug und wir müssten ungeachtet dessen weiterzahlen. Natürlich nur zum Wohle der Kinder….