Nicht Toilettenpapier braucht das Land, sondern…

Bei uns im Haus herrscht bald definitiv Waschmittel-Notstand. Während ich mir wirklich einen Kopf gemacht habe, wie ich meine beiden Kids in dieser Zeit zu Hause bespaßen kann, habe ich wohl meine tägliche Wäsche-Routine komplett unterschätzt. Meine Kinder machen super mit beim Basteln, Rätseln und Sporteln, aber die neuste Lieblingsbeschäftigung ist Umziehen. Mittlerweile gehören bei ihnen so circa drei bis vier Outfitwechsel pro Tag dazu.

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Während mein Sohn die Angewohnheit hat, bei jeder passenden Möglichkeit in seinen Schlafanzug zu wechseln, meint meine dreijährige Tochter, man muss sich stündlich umziehen. Aktuell haben es ihr besonders Sommerkleider angetan. Draußen scheint war die Sonne, aber nachdem ich ihr dann versucht habe zu erklären, dass es für die Kleider noch etwas zu früh ist, zieht sie jetzt brav T-Shirt und Loggins drunter. Auch schiebt sie sich ihre Spielküche vor den Schrank, um reinzuklettern und an alle Sachen zu kommen. Tag täglich wird auch einmal das gute Kleid mit den Punkten angezogen: ihr Dirndl. Sie durfte es zur Geburtstagsfeier von Opa im letzten Jahr anziehen und sucht jetzt wieder nach Möglichkeiten, das schöne Kleid auszuführen. Derzeit bietet sich war nur das Haus und der Garten an, aber es scheint ausreichend zu sein.

Wenn sie nicht gerade Sommerkleid oder Dirndl trägt, ist auch das Flamingo-Kostüm von Fasching hoch im Kurs oder der olle Wal – ein Overall bzw. Jumpsuit! Und natürlich gehört zu jedem Outfit auch die passende Jacke und auch Schuhe. Wahlweise die kleinen Ballettschuhe oder die dicken Winterstiefel. Wie ich sie davon überzeugen soll, dass ein Outfit während es Tages reicht, weiß ich noch nicht. Mein Sohn freundet sich langsam mit Sweathosen an und behält diese auch ein paar Stunden an sich. Doch auch er wird wählerischer. Heute morgen musste das Poloshirt über das Longsleeve gezogen werden. Als ich versucht habe, ihm zu erklären, dass das nicht zwingend die richtige Reihenfolge ist, kam nur: „Mama, auf dem Shirt sind Haie drauf. Die sieht sonst keiner.“ Keiner sind in dem Fall Papa, ich oder seine Schwester, aber…

Ich habe mit vielem gerechnet, aber mit dem Ausbruch der zwei Mode-Monster definitiv nicht. Wir gehen halt modisch durch die Krise. Bleibt zu Hause und gesund – die Waschmaschine ruft.

„Hallo? Können Sie mich sehen?“

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Da ich seit vielen Jahren als Freelancer arbeite und durch meine Kinder zu 90 Prozent davon im Home Office, habe ich mir nie Gedanken darüber gemacht, was Home Office eigentlich für viele bedeutet. Für mich ist es Freiheit, Unabhängigkeit und die einzige Möglichkeit, Beruf, Haushalt, Kinder und Co zu vereinbaren. Mein Mann ist Mediziner und bislang war Home Office nie eine Option, doch heute Morgen kam der Anruf: Die Videosprechstunde kommt!

Während ich es super fand, dass wir beide jetzt flexibler sind, und er einfach in diesen verrückten Zeiten für seine Patienten und sich eine gute Basis schaffen kann, brach für ihn eine Welt zusammen. Erste Reaktion: „Dann muss ich ja gut aussehen.“ „Aber nur oben rum, unten kannst ja bequeme Jogginghose anziehen,“ nahm ich seine Sorgen noch nicht so ernst. Dann machten wir uns auf die Suche nach einem geeigneten Ort. Zum einen sollte der Hintergrund jetzt nicht zu viel Privates preisgeben, als auch weit genug weg sein, damit nicht alle paar Minuten ein Kind ins Zimmer kommt, oder die Patienten Zeuge werden, wenn Feuerwehrmann Sam und Feuerwehrfrau Penny einen Brand löschen. Das tun sie nämlich bereits seit 7 Uhr morgens. Während sich für mich das selbst kreierte Martinshorn mehr wie ein Tinitus ins Ohr geschlichen hat, ist es für viele doch wahrscheinlich eher störend. Also blieb nur eine Option: unser Schlafzimmer! Eine schlichte, weiße Wand, ein kleiner Tisch und genug Abstand zum sonstigen Wahnsinn.

Soweit so gut – Problem gelöst, doch die Laune wurde nicht besser. Ich dachte, ich baue ihn auf, in dem ich ihm vorrechnete, wie viel Zeit er sparen würde, weil er nicht mehr fahren muss, brach er innerlich zusammen. „Ich liebe die Fahrerei! Ich brauche die Fahrerei,“ platzte es aus ihm heraus. Mein Mann fährt alle Wege mit Fahrrad und das 365Tage im Jahr. Kein Regen, kein Schnee, kein Sturm können ihn stoppen, aber die Videosprechstunde schon. Mein Vorschlag, dass er dann morgens einfach eine Runde joggen geht, kam nicht so gut an. Dafür fehlte ihm die Disziplin. Aufs Fahrrad steigen musste er jeden Tag, denn zur Arbeit kommen musste er ja. Vielleicht sollte ich ihm einen kleinen Heimtrainer kaufen, auf dem er strampeln kann, wenn er seine Videosprechstunde abhält. Oben hui, unten sportlich 😉

Und plötzlich ist alles anders…

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Wer hätte noch vor ein paar Wochen gedacht, wie kleine, gemeine Corona-Viren unser Leben auf den Kopf stellen? Erst fing es an, dass man genervt war, die Situation unverhältnismäßig oder übertrieben fand. Dann schlich sich langsam ein komisches Gefühl ein und jetzt weiß man einfach: die Lage ist ernst.

Ich glaube, die Lage ist derzeit für fast niemanden einfach. Risikopatienten leben in Angst, ein Großteil der Bevölkerung ist verunsichert, viele bangen um ihre Existenz und keiner weiß, was noch kommt und wie es weitergehen soll. Freitag bestand meine größte Sorge noch darin, wie ich meine Kinder fünf Wochen zu Hause bespaßen soll und nur ein paar Tage später bröckelt auch meine Existenz als Freiberufler. Doch es wird nicht nur mir so gehen, sondern vielen. Ich glaube, man darf die Hoffnung nicht verlieren. Jetzt ist die Parole durchhalten angesagt und danach wird alles wieder gut, wenn vielleicht auch anders.

Wichtig ist einfach, dass man sich bestmöglich an die Vorgaben hält, sich selbst vielleicht etwas mehr zurücknimmt, um andere nicht zu gefährden. Mehr denn je stehen jetzt die eigenen vier Wände im Mittelpunkt und man kann sich glücklich schätzen, wenn man sein zu Hause liebt und dort die Zeit gut überbrücken kann. Ich bin glücklicher als jemals zuvor, dass wir einen Garten haben. Es ist so gut, dass die Kinder einfach mal raus können und etwas Dampf ablassen. Natürlich sind sie gewohnt jeden Tag im Kindergarten Action zu haben und bespannt zu werden. Daher heißt es ab sofort bei uns zu Hause: Vorschule mit Mutti und körperliche Ertüchtigung zu den besten Hits der 90er. Heute morgen waren sie ganz begeistert, aber es sind ja auch nur noch mindestens 4 Wochen und 6 Tage, an denen ich sie dafür begeistern muss.

Haltet durch und bleibt gesund! Auch wenn die Situation nicht einfach ist. Immer dran denken: so geht es vielen. Wir stehen das durch und am Ende wird alles gut!

No milk today oder auch der fast perfekte Start in den Tag

Von der Hoffnung gemütlich mit einem Kaffee in den Tag zu starten, habe ich mich ja schon länger verabschiedet, aber der heutige Morgen übertraf all meine Erwartungen. Eigentlich begann alles wie immer. Mein Mann stand als Erster auf, kümmerte sich um die Vorbereitung des Frühstücks und weckte dann die Kinder. Alles schien normal zu verlaufen, bis ich aufgeregtes im ersten Obergeschoss vernahm. Den Geräuschen nach zu Folgen ging es Richtung Badezimmer. Sofort schossen mir sämtliche Gedanken durch den Kopf. Magendarm? Corona? Wie mache ich es mit Arbeit? Danach hörte ich Weinen gepaart mit wütendem Geschrei. Danach hektisches Auf- und Abrennen im Treppenhaus.

Ich versuchte noch meine Gedanken zu sammeln, als die Schlafzimmertür aufging und mein Mann ins Zimmer gestürmt kam: „Wir haben ein Problem! Die Milch ist schlecht. Die ganze Charge. Ich bin so sauer. Hier probier mal, ob die noch gut war?“ Ehe ich mich versah schüttete er mir Milch in den Mund. Hallo? Was war denn, wenn die schlecht war? Das riecht man doch? Doch es war zu spät – ich hatte die Milch ja bereits im Mund. Zum Glück schmeckte diese normal. Mein Mann rannte sofort wieder runter. Mit der Milch konnte er dann den Porridge erneut ansetzen und die Getränke für die Kinder machen. Doch auch das klappte nicht. Wer weiß, womit diese Charge verdorben war. Nicht, dass wir uns noch was einfingen. Sicherheitshalber schüttete er alles weg. Das Resultat: zwei heulende Kinder, die morgens ihre Milch tranken, und mein aufgelöster Mann, der die Milchindustrie verteufelte und bei dem sich Verzweiflung breit machte, weil wir ja jetzt kein Frühstück hatten.

Ich schaffte es, die Kinder zu beruhigen und da wir ja Brot und Aufschnitt hatten, war das Frühstück gesichert. Ich schien den Ernst der Lage nicht wirklich zu erkennen, aber mein Mann war immer noch außer sich vor Wut. Der ganze Ablauf war gestört. Auch den Tisch mit einem anderen Frühstück zu decken, fiel ihm sichtlich schwer. Normale Teller statt Schüsseln? Messer statt Löffel? In was für einer Welt leben wir denn eigentlich. Er konnte auch nichts essen – der Tag war gelaufen. Wie konnte das nur alles passieren. Ich wagte einen kleinen Vorstoß: „Aber riechst du denn nicht, wenn Milch schlecht ist oder guckst du aufs Haltbarkeitsdatum?“ Ich erntete einen bösen Blick und ein vorwurfsvolles: „Es ist früh morgens, da lese ich doch nichts, sondern handele ganz automatisch.“ Ah ja…Bevor mein Mann also irgendwelchen Milchlieferanten an den Kragen wollte und von Vergiftungen Albträume bekam, ging ich der Sache auf den Grund.

Der Auslöser der Krise war auch noch selbstverschuldet. Statt die gute H-Milch, schien ich wohl aus Versehen Frischmilch gekauft zu haben. Die wurde dann einfach in den Vorratsschrank geräumt und nicht gekühlt. Dumm gelaufen, ist aber so. Meinem Mann gehe ich lieber aus dem Weg, auch wenn ich ihm als Wiedergutmachung 24 Liter beste H-Milch gekauft habe. Bis zur nächsten Krise….

Die kleine Nina möchte bitte aus dem Ruheparadies abgeholt werden

Ach, das Wochenende steht vor der Tür. Wer träumt da nicht von Entspannung, Ausruhen und einfach mal relaxen. Seitdem ich Kinder habe, bleibt dieser Traum meist nur ein frommer Wunsch. Meist sind die Wochenende anstrengender als das Programm unter der Woche, denn meine Zwei sind den Kindergarten gewohnt und ihr perfektes Wochenende besteht vor allem aus einem: Action!

Doch selbst ist die Frau, also buchte ich mir einfach eine Auszeit. Herrlich! Vier Tage nur ich, mein innerer Frieden und Ruhe. Ich freute mich so sehr. Ich hatte mir ein schönes Hotel in den Bergen ausgesucht, mit Pool, Sauna und dem ganzen Zipp und Zapp. Es konnte nur großartig werden – ich spürte es. Kaum fuhr mein Zug ab, stellte sich die Entspannung schon ein. Ich sah fröhlich Serien auf dem Smartphone, schlürfte meinen Coffee to go und musste mich um niemanden kümmern. Nachdem ich mein Zimmer bezogen hatte, gönnte ich mir zum Abschluss des Tages noch etwas Schwimmband und Wellness und dann ab in die Federn. Serien gucken bis zum Abwinken und schlafen. Gegen 19 Uhr machte sich schon etwas Unbehagen breit. Es war schon sehr ruhig und auch total ungewohnt, dass niemand etwas von mir wollte. Naja, ich musste mich ja auch erstmal dran gewöhnen.

Der nächste Morgen begann ungewohnt früh. Wir halten fest: ich konnte ausschlafen – solange wie ich wollte und ich öffnete meine Augen um 4:47 Uhr! So früh werde ich nie wach, aber…Es half nichts. Ich konnte nicht mehr einschlafen. Also ließ ich mich vom TV berieseln und wartete darauf, dass es endlich 7 Uhr werden würde und ich frühstücken kann. Ein Frühstück so ganz ohne nörgelnde Kinder war anders. Es war vielleicht einfacher, aber es war auch so leise und irgendwie langweilig. Schnell war ich wieder auf meinem Zimmer widmete mich meiner Arbeit und war ganz froh, eine Aufgabe zu haben. Die dauerte auch noch so lange, dass an diesen Tag wenig Wellness war, aber ich hatte ja noch etwas Zeit. Der nächste Tag startete wieder um kurz vor fünf! Es muss die Bergluft sein. Ich war schon latent genervt von mir selbst, aber vielleicht hatte ich nicht genug Action. Also nach dem Frühstück wurde gewandert. Eiskalte, klare Luft, wunderschöne Natur, entspannende Stille – es war herrlich! Wahrscheinlich brauchten alle Stunden, um um den See zu spazieren – mir reichte eine. Ich genoss es, aber ich bin nicht so der Typ für langsames flanieren. Um auch sicher zu gehen, dass ich mich ausgepowert hatte und gut schlafen konnte, entschied ich mich noch für eine Runde Fitness am Abend.

Der nächste Morgen begann diesmal mit Muskelkater, aber wieder gegen 5 Uhr morgens. Es war zum Verzweifeln! Da kann man nach sechs Jahren endlich wieder ungestört schlafen und wer kriegt es nicht hin??? Auch war mir alles zu ruhig. Frühstück alleine am Morgen war nicht meins und somit wurde mein Aufenthalt dort auch immer kürzer. Ich fand mich damit ab, dass ich vielleicht doch nicht die Form der Ruhe und Entspannung brauchte, wie ich immer dachte. Ich liebe es am Morgen einen Kaffee ohne Geschrei und Gehetze zu trinken, aber danach darf man mich auch wieder stören. Und ja, Saunieren macht Spaß und ein entspanntes Bad ohne Lärm und Hektik, aber auch nur nach einem fordernden Tag.

Die Moral von der Geschicht‘: Urlaub allein ist nichts für mich! Ich dachte immer, dass wäre genau das, was ich brauche, aber ich glaube die Mitte macht’s. Entspannung, Action, das alltägliche Chaos und kurze Ruhepausen – das klingt wie Musik in meinen Ohren.

Ergotherapie für den Weltfrieden

Viele Eltern kennen es wahrscheinlich, dass man rund um die Uhr gut gemeinte Ratschläge bekommt. Und auch, wenn man die Ratschläge vielleicht für absurd hält, irgendetwas bleibt immer hängen. Bei meinem Sohn war der Kindergarten sehr vehement und der Ansicht: er kann nur noch mit Ergotherpie gerettet werden…

Ich weiß gar nicht mehr, wie es kam. Ich kam in den Kindergarten und wurde auf einmal von der Erzieherin zur Seite genommen und gefragt, wie ich die Entwicklung meines Kindes sehe. Ich fand und finde ihn ganz normal. Er war laut der U-Untersuchungen kerngesund und gut entwickelt. Also habe ich mir auch keine weiteren Sorgen gemacht. Ich Naivling. Auf meine Rückfrage, ob er irgendwie auffällig gewesen wäre, kam dann die Aussage, dass sie das Gefühl haben, dass er sich nicht spürt. Konkretisieren konnte man die Aussage natürlich nicht. Er spürt sich einfach nicht.

Noch hatte ich mir nichts dabei gedacht, aber am nächsten Tag lag dann die Visitenkarte eines Ergotherapeuten in seinem Kästchen. Ich sollte mich mal bei denen melden und könnte mich auch auf den Kindergarten berufen – so der Hinweis. Ich nahm die Karte mit und war schon verunsicherter als am Vortag. Stimmte etwas mit meinem Sohn nicht? Musste er anders entwickelt sein und ich sah es einfach nicht? Gab ich meinem Sohn nicht die beste Förderung? War ich eine schlechte Mutter? Meine Gedanken überschlugen sich und so wirklich wusste ich nicht, was ich tun sollte. Als wir gerade gehen wollten, kam die Leiterin des Kindergartens auf mich zu und fragte, ob ich die Karte gefunden habe. Sie erzählte mir auch, dass es heute wieder sehr auffällig war. Beim Händewaschen hatte man deutlich gesehen, dass er sich nicht spürt. Wie das genau aussah, konnte man mir wieder nicht sagen. Zu Hause tat ich natürlich was??? Richtig, mein Sohn musste Händewaschen. Es war vielleicht nicht mit absoluter Leidenschaft, aber so ungewöhnlich fand ich seine Art Händewaschen auch nicht.

Abends erzählte ich meinem Mann davon. Er – Allgemeinmediziner – war natürlich total dagegen. War er etwas auch so geblendet wie ich? Ich entschied mich einfach mal bei diesem Ergotherapeuten anzurufen. Das tat ich auch und legte nach wenigen Sekunden etwas schockiert wieder auf. Die nette Dame am anderen Ende der Leitung fand meinen Anruf komplett überflüssig, ich sollte mich an den Kinderarzt wenden und sie nicht nerven. Sehr nett…Würde der Kinderarzt Ergotherapie empfehlen, wusste ich, wo ich nicht hingehen würde. Aber natürlich vereinbarte ich einen Termin beim Kinderarzt.

Der tägliche Gang zum Kindergarten wurde ein kleiner Spießrutenlauf. Jeden Tag kam etwas neues. Sie hatten einen Ausflug zum Reiterhof gemacht und auf die Frage, wie es ihm denn gefallen hat, kam nur. „Er saß wie ein nasser Sack auf dem Pony. Überhaupt keine Körperspannung. Einfach richtig schlaff.“ Ich hörte schon, er hatte großen Spaß. Ich erzählte dann von meinem netten Gespräch mit der empfohlenen Praxis und meinem Termin beim Kinderarzt. Sie gaben mir dann noch die Empfehlung, dass das Ponyreiten aber eine sehr gute Möglichkeit war, damit mein Sohn Körperspannung aufbaut. Also ging ich ein paar Tage später mit meiner 6-Monate alten Tochter in der Trage, einem Pony und dem schlaffen Sack, aka meinem Sohn, fröhlich bei 30 Grad im Schatten immer fleißig Kreis. Ob es was geholfen hat….

Hoch zu Ross

An dem Tag, wo mein Sohn die Untersuchung hatte, ging er nicht in den Kindergarten, und es hat mich fast gewundert, dass sie mich nicht direkt angerufen haben, wie es gelaufen ist. Leider musste ich sie am nächsten Tag enttäuschen: Der Kinderarzt und auch eine Kinderpsychologin beschwingten mir, dass mein Sohn ideal entwickelt war und sprachen keine Empfehlung für Ergotherapie aus. Seitdem gab es auch keine Beanstandungen mehr beim Händewaschen…

Also Mütter da draußen – vertraut eurer Intuition und lasst euch nicht verrückt machen. Jedes Kind ist anders, entwickelt sich anders und wenn man Hilfe benötigt, ist es wichtig, diese auch anzunehmen. Aber nicht jeden Alarm sollte man sich zu Herzen nehmen.

Ich bleib dabei: zuckerfrei!

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Ich habe viele Diäten und Ernährungsarten ausprobiert, doch es war nie das richtige dabei. Oder vielleicht war es das und ich habe aus falschen Motivationsgründen gehandelt. Natürlich verfolgte ich immer noch sämtliche Food- und Ernährungstrends. Anfang letzten Jahres kam es schon, dass zuckerfrei zu leben, immer populärer. Ich beobachtete schon länger Anastasia Zampounidis, die in meiner Wahrnehmung die Erste war, die zumindest mir das Thema näher brachte.

Schnell hatte ich ihre Bücher gekauft und es klang auch alles sehr plausibel, aber so wirklich motiviert war ich noch nicht. Zumal ich eine kleine, süße Sünde am Tag liebte. Nach dem Mittagessen gehört etwas Schokoladiges, Cremiges, einfach etwas Süßes zu meinen täglichen Belohnungen. Auch ein schöner Sonntag mit Kaffee und Kuchen hatte für mich Tradition. Ich liebte Gebäck in jeder Form und das Scokocroissant am Sonntag oder Kuchen zur Feier des Tages, gehörten für mich einfach dazu. Warum sollte ich das aufgeben?

Ich weiß nicht, was mich schlussendlich bewegte, aber ich entschied spontan von einem Tag auf den anderen im Mai, dass ich dem Zucker Lebewohl sage. Ich machte es nicht, weil ich abnehmen wollte, sondern weil ich mich bewusster ernähren wollte. Ich litt verstärkt unter meiner Migräne, meinen Launen und meinem Mittagstief. Doch auch die Neugierde, ob der Effekt wirklich so groß war, wenn ich Zucker weglassen würde, war eine treibende Kraft.

Ich hielt mich an die Vorgaben von Anastasia und es fiel mir nicht so schwer, wie erwartet. Man muss dazu sagen, dass ich mich persönlich sehr gut zusammenreißen und durchbeißen kann. Sei es eine Detox-Woche, Saftkuren, usw. Ich kannte es zu verzichten und da ich es diesmal irgendwie gerne machte, war es nicht so schwer. Morgens gab es Porridge mit Obst statt Brot mit Marmelade und auch alles andere ließ sich ersetzen. Ich finde es zwar immer noch etwas befremdlich, wenn ich im Supermarkt stehe und die Etiketten studiere, aber was muss, das muss!

Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich vorher immer gesagt habe, dass ich es nicht befriedigend finde, Süßes durch Obst zu ersetzen. Wenn ich Lust auf Schokolade hatte und stattdessen zu einem Apfel griff, war die Folge, dass ich erst den Apfel und dann die Schokolade aß. Es war kein adäquater Ersatz für mich. Mittlerweile greife ich nur zu Obst und es reicht vollkommen, um mich glücklich zu machen.

Insgesamt kann ich nach knapp 9 Monaten zuckerfrei sagen, dass ich dabei bleibe und dass es mir gefällt. Die positiven Effekte sind einfach so viel mehr Wert als die kurzzeitige Befriedigung durch Kuchen und Co. Man muss zwar alles frisch zubereiten und auch gut organisieren und kochen, doch das ist es wert. Ich fühle mich wohler, fitter und einfach besser. Selbst meine Kinder greifen bei Kuchen zu den zuckerfreien Alternativen und vermissen nichts. Werbung, da Namennennung

Ran an den Speck

Der Speck muss weg

Wie viele Menschen falle ich nur zu gerne auf die neusten Abnehm- und Lebensmitteltrends herein. Eigentlich sollte ich es aus beruflichen Gründen besser wissen, aber ich höre nur zu gerne darauf, was sie mir sagen, und mache meist auch direkt mit. Jedes Jahr war mein Vorsatz abnehmen. Ich hatte zwar immer Normalgewicht, aber ein paar Pfunde weniger war immer das große Ziel. Warum da mit jetzt Schluss ist, verrate ich auf dem Weg zu dieser Erkenntnis. Doch der führte mich an vielen, leckeren bis grausamen Abnehm- und Sportstationen vorbei.

1. Etappe: Die Kohlsuppen-Diät

Die Kohlsuppen-Diät war eine der ersten längeren Diäten, die ich machte. Ich fand es toll. Frisches Gemüse, leckere Suppe und ein großer Vorteil: ich kann immer Suppe essen 🙂 Eigentlich alles ideal. Es lief auch ganz gut, ich hielt mich brav an alle Vorschriften und auch das ein oder andere Pfund purzelte. Doch die Diät hatte einen entscheidenden Nachteil: mein damaliger Freund und jetziger Mann. Er konnte den Kohlgeruch nicht ertragen und es kam ihm fast hoch, wenn er den Kochtopf öffnete oder die Küche betrat. Deswegen und natürlich NUR deswegen hatte ich ein Einsehen, verfehlte mein Ziel, sagte der Kohlsuppe auf Wiedersehen und rettete meine Beziehung 😉

2. Etappe: Die milde Ableitungsdiät

Ich bin ja ein bekennender Fernseh-Freund und habe, bevor ich meine Kinder bekam, wirklich viel Fernsehen konsumiert. Manchmal war es auch egal was – ich wollte unterhalten werden. Gerade die Frauenmagazine am Nachmittag waren da oft eine willkommene Abwechslung. Einmal ging es um die milde Ableitungsdiät MAD. Hatte ich noch nie gehört, aber mit Schlagworten wie Verbesserung der Allgemeingesundheit, Vorbeugung von Krankheiten und natürlich abnehmen, war ich sofort dabei. Schnell begeisterungsfähig wie ich bin, kochte ich direkt am selben Abend noch die Basensuppe. Für meine Verhältnisse war die Suppe doch sehr dünnflüssig, da ich lieber mehr Richtung Eintöpfe kochte, aber half ja nichts. Noch etwas gedünstetes Gemüse als Hauptgang und etwas Quark und Kräutertees zum Frühstück – das sollte klappen. Naja, nach drei Tagen hing mir die Suppe zum Hals raus. Der Geruch wurde immer säuerlicher, was nicht daran lag, dass die Suppe abgelaufen war, sondern Dasein persönliches Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten war. Es ging nichts und so fand ich mich mit Milchkaffee und Kuchen in der Sonne sitzend, genoß das Leben und begrub die MAD. Möge sie anderen Menschen mehr Erfolg bringen.

3. Etappe: Low Carb

Low Carb – das Wundermittel meiner Mutter. Die bösen, bösen Kohlehydrate mussten weg. Es war nach der Geburt meines Sohnes und ich wollte wieder in meine Hosen passen. Zwar hatte ich zwei Monate nach der Geburt nur noch drei Kilo mehr und fand das sehr gut. Doch als ich mit meiner Familie essen war, ich ein Dessert bestellte und meine Mutter und meine Oma mich vorwurfsvoll anschauten und im gleichen Augenblick sagten: „Du nimmst wirklich noch Dessert?“ wusste ich, dass es an der Zeit war zu handeln. Da ich mich sportlich noch etwas zurückhalten musste, entschied ich mich auch dafür, den in Verruf geratenen Kohlehydraten den Kampf an zu sagen. Gab schon einen Grund, warum die keiner so mochte. Wobei ich doch Backwaren in jeglicher Form liebte. Brot, Brötchen, auch Kuchen. Doch auch Pasta und Pizza fehlten mir. Ab sofort griff ich zu leckerem Eiweißbrot. Was geschmacklich – je nach Brot, eine echte Grenzerfahrung sein konnte und auch die Konsistenz glich eher einem Schwamm als einem Brot, aber der Speck musste weg. Nach dem ich mein Gewicht wieder erreicht hatte, wollte ich meine Freunde die Kohlehydrate aber nicht für immer aus meinem Leben verbannen und so stieg der Sportanteil und Pizza und Pasta hatten wieder Platz in meinem Leben.

4. Etappe: Jillian

Ich ging zwar ganz gerne joggen, aber das reichte nicht an sportlicher Aktivität. Als bei einer Frauenzeitschrift eine DVD-Beilage von Jillian Michaels dabei war, schmiss ich die Kiste an, mich in Sportklamotten und ab ging’s. Mich konnte nicht viel schocken, denn ich war schon mit den Programmen von David Kirsch oder Harley Pasternak vertraut. Das Sport-Programm von Jillian machte mir Spaß. Es war fordernd, kurz, knackig und effektiv. Ich mache es sogar heute noch gerne und es war super, um den Mittagsschlaf vom Baby effektiv zu nutzen. In meiner Begeisterung war schnell die DVD-Sammlung um sämtliche Programme von Jillian erweitert, die auch heute noch das DVD-Regal zieren.

5. Etappe: Gib mir Eiweiß!

Dem Fitnesswahn verfallen, musste jetzt auch die Ernährung daran glauben. Auf Instagram fing ich an Fitness-Influencern zu folgen. Ich wusste gar nicht, was es in diesem Bereich alles gab. Ich war auf Internetseiten und Shops, wo sonst wahrscheinlich nur professionelle Gewichtheber einkauften, aber hey: vielleicht zählte ich ja schon bald dazu. Etwas amerikanisch stand natürlich die obligatorische Plastikdose mit Whey. Auch handelsübliche Schokoriegel oder Snacks waren mir nicht mehr gut genug. Es musste natürlich Protein draufstehen. Und wie trank man ab sofort seinen Kaffee oder süßte den Magerquark? Genau mit Flav-Drops! Auch wurde auf der Couch abends die Tüte Protein Chips geknuspert, wie aber wirklich ganz okay schmeckten. Bei allem anderen hielt sich meine Begeisterung in Grenzen. Es gab bei sämtlichen Produkten super viele Geschmackssorten, auch konnte man aus einer Vielzahl von Anbietern wählen und es gibt bestimmt Leute, die das gerne tun und mögen. Doch mir war und es ist es einfach zu künstlich. So verließ mich auch am Ende des Tages auch die Extraportion Protein.

6. Etappe: Track That

Wer auf Instagram mal ein paar Fitness- und Diätexperten folgt, wie ich damals, weiß eins: auf das Kaloriendefizit kommt es an. Ist ja auch wirklich so. Also war es Zeit herauszufinden, wie denn so meine Kalorienbilanz aussah. Auch dafür fand ich sehr bald eine App und schon ging es los. Mein gab sein Ziel ein, wieviel Gewicht man in welcher Zeit verlieren wollte und schon sagte einem die nette App, wieviel Kalorien man pro Tag essen konnte. Das war easy, unkompliziert und gut. Motiviert tippte ich fröhlich mein Frühstück ein und ach du Schande: die Hälfte des Tagesbedarfs war schon verbraucht. Ab sofort kam keine Milch mehr in den Kaffee, Light-Produkte die erste Wahl und Spaziergänge, neben Gassi gehen mit dem Hund, wurden in den Tagesablauf integriert. Was ging, wurde zu Fuß erledigt, denn mit zunehmenden Schritten stieg auch die mögliche Anzahl der Kalorien, die ich an diesem Tag noch zu mir nehmen durfte. Hatte ich also abends noch richtig Hunger und wollte gerne noch eine Stulle essen, wurden die Schuhe geschnürt und der Marsch begann.

Auch wenn alle Methoden funktionierten und ich sie gerne machte, war ich noch nicht an meinem Ziel. Figur- und Gewichtstechnisch vielleicht, aber es sollte noch etwas geben, was erstens damals noch nicht so populär war wie heute und zweitens besser zur mir passt. Die Lösung zu diesem Rätsel, gibt es beim nächsten Mal 🙂 Werbung, da Namennennung

Leben am Limit – oder ein Sonntag in der Boulderwelt

Meine Kinder lagen mir schon seit einigen Tagen mit dem Wunsch in den Ohren wieder mal klettern gehen zu wollen. Sie waren mit ihrem Papa vor Weihnachten mal in der Boulderwelt und das hatte ihnen wohl großen Spaß gemacht. Mein Mann warnte mich zwar vor, dass es etwas voller werden könnte und man auch viel in Action ist, da man auf die Kleinen beim Klettern aufpassen muss und sie durch verschiedene Übergänge problemlos die Räume wechseln. Also machte es Sinn, dass wir zu zweit gingen und jeder auf ein Kind aufpassen konnte.

Wir sind Frühaufsteher, daher waren wir schon vor 10 Uhr unterwegs. Früh genug, dachte ich, aber das war ein großer Fehler wie sich bald herausstellen würde. An der Kasse angekommen, musste ich mich erstmal an einem Computer registrieren, denn ansonsten konnte mich der nette Mann in der Kasse nicht finden. Das erste Problem gab es schon beim Einlass. Ich habe bei der Hochzeit nicht den Nachnamen meines Mannes angenommen – daher wollte der freundliche Mitarbeiter uns keine Familienkarte ausstellen. Zwar bezeugten mein Mann, ich und auch unsere Kinder, dass ich die Mutter bzw. die Ehefrau bin, aber das System wollte mich nicht für die Familienkarte akzeptieren. Ein Zeichen, was mir aber erst im Nachhinein bewusst wurde. Es dauerte einige Minuten aber dann konnte das Problem doch noch gelöst werden. Also gingen wir frohen Mutes die Treppen hinauf zum Kinderbereich der Boudlerwelt.

Ich wusste nicht, was ich mir vorgestellt hatte, aber es war definitiv irgendwie mehr, denn ich war leicht enttäuscht. Es waren drei Räume, ein großer und zwei kleinere, mit Klettermöglichkeiten. Der eine Raum war für einen Kindergeburtstag gesperrt, die zwei anderen schon recht gut besucht. Meine Kinder schossen los und kletterten fleißig. Vielleicht war ich erst noch sehr auf meine Kinder fokussiert, so dass ich nicht merkte, was um mich rum geschah, doch irgendwann (sagen wir mal 10 Minuten später) schien die Konzentration nachzulassen, ich drehte mich um und fühlte mich wie beim ausverkauften Open-Air-Konzert im Innenraum des Olympiastadions. Es war gefühlt kein Durchkommen mehr. Während die Kinder noch an den Wänden ausweichen konnten, sammelten sich die Erwachsenen zentral in den Räumen.

Schnell fiel mir auf, dass ich vollkommen underdressed war. Was hatte ich mir nur dabei gedacht, bequeme Kleidung anzuziehen, wenn ich auf meine Kinder aufpasse? Ich hätte die funktionale Outdoor-Kombination aus dem Schrank ziehen müssen. Funktionsshirt, Outdoorhose mir praktischem Bein-Zip und ganz wichtig: das kleine Kreidesäckchen am Gürtel. Man muss ja auf alles vorbereitet sein. Es ist auch nicht mehr gefüllt mit Magnesium, sondern Chalk. Ich war also unter den Pros gelandet. Das sah ich nicht nur, sondern das roch ich aus. Eine leichte Zwiebelnote verteilte sich in den Räumen. Man musste nicht nur seine Sportlichkeit mit Kleidung zur Schau stellen, man musste den Fleiß und die harte Arbeit auch riechen können. Wenn ich meine Augen geschlossen hätte, hätte ich auch beim Zwiebelkuchen-Wettessen sein können. Die wahrscheinlich bessere Alternative…

Natürlich interessierte mich umso mehr, wie sie das für ihre Kinder nutzten. Ich schärfte den Blick und sucht die Cracks, die ganz oben an der Wand entlang kletterten, doch ich wurde enttäuscht. Die Eltern standen hinter den lieben Kleinen und mussten sie brav festhalten, denn die meisten konnten kaum laufen. Wahrscheinlich bin ich die Einzige, die sich jetzt fragt, warum man mit einem Kleinkind, was kaum laufen kann, in die Boulderwelt geht? Können die Kinder dann einfach die Wände hochkrabbeln? Ist Chalk so gut, dass aus den kleinen Pupsern mit ein bisschen Wunderpulver die Spidermans von morgen werden? Es war leicht anstrengend, denn die ambitionierten Eltern redeten mit Engelszungen auf ihren Nachwuchs ein: „Toll, machst du das!“ „Gleich hast du es geschafft.“ „Nur noch ein Meter!“ – Problem an der Sache war nur, dass das ganze Hindernis nur 1,50 Meter hoch war. Wir stellten uns also brav in die Reihe, damit auch die größeren Kindern hätten klettern können – ohne Gefahr den Kleinen auf den Kopf zu fallen. Es gab das besagte 1,50 Meter-Hindernis, wo man erst hochklettern und dann runterrutschen konnte. Zwei Kinder vor uns – 15 Minuten Wartezeit. Geduld war nicht meine Stärke und mein Mann strafte mich mit bösen Blicken, weil man mir meine Begeisterung mal wieder ablesen konnte.

Ich versuchte mich zusammenzureißen, aber als die nächste Mutti-Gruppe mit Säuglingen kam, kam ich an meine Grenze. Ich finde es gut, dass man seine Kinder überall mit hin nimmt und ihnen früh viel zeigt und Abwechslung bietet, aber das Ganze erschloss sich mir wirklich nicht. Und das zweite große Problem war einfach die Masse an Menschen. Der doch überschaubare Bereich war dafür einfach nicht ausgelegt. Meine Kinder verloren auch schnell den Spaß, worüber ich nicht ganz traurig war. Wir motivierten sie erneut und ich bemühte mich noch mehr, mich zusammenzureißen. Als aber in dem nicht belüfteten Raum die ambitionierte Mutti ihre kleine Tochter, liebevoll von mir Schildkröte getauft, da sie maximal zwei Meter pro Stunde kletterte, mit einer vollen Windel die Kletterwand hinaufschob, war das Ende gekommen. Vielleicht hätte ich mir etwas Chalk in die Nase reiben sollen oder alle hofften noch, dass die gute Funktionskleidung auch die unangenehmen Gerüche schnell abtransportierte, aber meine Geduld war am Ende. So erlebten meine Familie und ich nicht mehr, welche Gipfel Schildkröte noch mit dem Extragewicht erklommen konnte, aber ich wusste: Nächstes Mal lieber Freiluft-Klettern!

Namastay away from me

Natürlich habe ich pünktlich zum Jahreswechsel mir überlegt, was ich im neuen Jahr alles besser machen will. Ganz oben auf meiner Liste stand diesmal nicht abnehmen (juhu – dazu gibt es dann bald einen Blogbeitrag), sondern die innere Ruhe! Frieden mit mir selbst, meiner Umwelt und einfach ruhig und gelassen sein.

Nach nur einem Monat später fühle ich mich gestresster als je zuvor. Vor lauter Freude habe ich auch noch eine Gastritis! Mein Problem ist nicht, dass ich zu viel arbeite und zu viel zu tun habe, denn das stresst mich eigentlich nicht. Mein Problem sind die Leute! Nicht nur die, die mich morgens im Auto wahnsinnig machen, weil sie einfach nicht von der Stelle kommen, sondern diejenigen, mit denen man viel Kontakt hat und die sich einfach angewöhnt haben, nur über sich zu sprechen.

Ich verstehe das – man hat einfach ein Mitteilungsbedürfnis und das ist auch okay. Habe ich ja schließlich auch. Doch sollte sich manch einer einfach mal nur die letzten seiner WhattsApp-Nachrichten durchlesen. Gibt es dort Fragen, wie es dem anderen geht? Oder erzählt man vielleicht einfach nur alles unaufgefordert und ungefiltert, was man gerade loswerden will?

Everything happens for a reason und ich weiß, dass ich einer der Gründe bin, warum dies passiert. Ich bekomme den Mund nicht auf. Viel zu oft platze ich innerlich, lächele aber äußerlich und schlucke es einfach runter. Ich weiß, dass es nicht der Weisheit letzter Schluss ist und ich mir selbst keinen Gefallen tue, weil ich konfliktscheu bin.

Aber Einsicht ist der erste Weg zur Besserung und ich habe ja noch 11 Monate in diesem Jahr meinen Vorsatz Taten folgen zu lassen. Also Obacht, wenn ich bald mit den magischen Worten „Wir müssen reden“ um die Ecke komme 😉 Aber zur Beruhigung an den ein oder anderen in meinem Umfeld. Es sind nicht alle so und bei sehr vielen bin ich sehr froh, dass sie Teil meines Lebens sind. Aber Freundschaft sollte keine Einbahnstraße sein und wer gehört werden will, muss vielleicht manchmal selbst auch mal zu hören.