Immer auf die Kleinen

Der Spruch „Immer auf die Kleinen“ trifft in Zeiten von Corona besonders zu. Natürlich haben alle zu leiden. Kranke und ältere Menschen haben Angst vor der Krankheit, die Mehrheit hat Angst vor den wirtschaftlichen Folgen, Eltern verzweifeln, weil sie Job und Kinder unter einen Hut bringen müssen und Singles und Alleinstehende sehnen sich nach Kontakt. Doch was ist mit den Kleinsten? 

Natürlich war mir bewusst, dass es für meine Kinder schwer ist, einfach von einem Tag auf den anderen aus dem Kindergarten rausgerissen zu werden und ihre Freunde nicht mehr sehen zu dürfen. Dass es dieses Virus gibt und das böse ist, hat auch meine Tochter verstanden. Sie hat sich heute Socken über ihre Hände gezogen, um sich vor Corona-Virus zu schützen, und trug dabei ihren Mundschutz. 

Ich glaube, dass besonders die Kinder mehr unter der Situation leiden als die meisten. Während wir noch mit unseren Freunden via Telefon, WhattsApp etc. Kontakt halten und uns austauschen können,  ist das für Kindergartenkinder kein adäquates Mittel.

Wir können auch draußen spazieren gehen oder Sport machen – wenn auch mit Einschränkungen. Meine Kinder laufen fleißig mit, aber natürlich sehnen sie sich nach dem Spielplatz, auf den sie nicht dürfen. 

Ich glaube, dass es wichtig und richtig ist, besonders ältere Menschen und auch vorerkrankte Menschen bestmöglich zu schützen. Auch wird kein Elternteil freiwillig wollen, dass sich seine Kinder mit Corona infizieren und leiden. Doch meine Kinder leiden und zwar daran, ihre Freunde nicht zu sehen. Während sich für alle für uns alle im Leben etwas geändert hat, hat sich für die Kinder fast alles geändert. Sie können nicht mehr in den Kindergarten, aber können dies nicht mit Home Office kompensieren. Sie können nicht mehr zum Sport oder anderen Aktivitäten, und können auch dies nicht durch Individualsport kompensieren. Sie können ihre Freunde nicht zum Spielen treffen, und können auch dies nicht durch Anrufe oder ähnliches kompensieren. Und das Schlimmste daran ist: dass sie wahrscheinlich nicht mal richtig verstehen warum. 

Daher glaube ich, dass es wichtig und richtig ist, den Kindern in den nächsten Wochen wieder Stück für Stück ein Teil ihres früheren Alltags und Lebens wiederzugeben. Sie weiter über Wochen mehr oder minder wegzusperren, kann nicht die Lösung sein, denn schließlich sind die Kinder nicht das Virus. Und das sage ich nicht als Mutter, die sich vielleicht an manchen Tagen auch mal nach Ruhe sehnt, was ich definitiv tue, sondern dass sage ich als Mutter, die sieht, dass sie alles für ihre Kinder geben kann, aber es nicht genug ist. Denn das, was den Kindern fehlt, können die Eltern nicht auffangen. Sie können es nur laut aussprechen, in der Hoffnung gehört zu werden!

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