No milk today oder auch der fast perfekte Start in den Tag

Von der Hoffnung gemütlich mit einem Kaffee in den Tag zu starten, habe ich mich ja schon länger verabschiedet, aber der heutige Morgen übertraf all meine Erwartungen. Eigentlich begann alles wie immer. Mein Mann stand als Erster auf, kümmerte sich um die Vorbereitung des Frühstücks und weckte dann die Kinder. Alles schien normal zu verlaufen, bis ich aufgeregtes im ersten Obergeschoss vernahm. Den Geräuschen nach zu Folgen ging es Richtung Badezimmer. Sofort schossen mir sämtliche Gedanken durch den Kopf. Magendarm? Corona? Wie mache ich es mit Arbeit? Danach hörte ich Weinen gepaart mit wütendem Geschrei. Danach hektisches Auf- und Abrennen im Treppenhaus.

Ich versuchte noch meine Gedanken zu sammeln, als die Schlafzimmertür aufging und mein Mann ins Zimmer gestürmt kam: „Wir haben ein Problem! Die Milch ist schlecht. Die ganze Charge. Ich bin so sauer. Hier probier mal, ob die noch gut war?“ Ehe ich mich versah schüttete er mir Milch in den Mund. Hallo? Was war denn, wenn die schlecht war? Das riecht man doch? Doch es war zu spät – ich hatte die Milch ja bereits im Mund. Zum Glück schmeckte diese normal. Mein Mann rannte sofort wieder runter. Mit der Milch konnte er dann den Porridge erneut ansetzen und die Getränke für die Kinder machen. Doch auch das klappte nicht. Wer weiß, womit diese Charge verdorben war. Nicht, dass wir uns noch was einfingen. Sicherheitshalber schüttete er alles weg. Das Resultat: zwei heulende Kinder, die morgens ihre Milch tranken, und mein aufgelöster Mann, der die Milchindustrie verteufelte und bei dem sich Verzweiflung breit machte, weil wir ja jetzt kein Frühstück hatten.

Ich schaffte es, die Kinder zu beruhigen und da wir ja Brot und Aufschnitt hatten, war das Frühstück gesichert. Ich schien den Ernst der Lage nicht wirklich zu erkennen, aber mein Mann war immer noch außer sich vor Wut. Der ganze Ablauf war gestört. Auch den Tisch mit einem anderen Frühstück zu decken, fiel ihm sichtlich schwer. Normale Teller statt Schüsseln? Messer statt Löffel? In was für einer Welt leben wir denn eigentlich. Er konnte auch nichts essen – der Tag war gelaufen. Wie konnte das nur alles passieren. Ich wagte einen kleinen Vorstoß: „Aber riechst du denn nicht, wenn Milch schlecht ist oder guckst du aufs Haltbarkeitsdatum?“ Ich erntete einen bösen Blick und ein vorwurfsvolles: „Es ist früh morgens, da lese ich doch nichts, sondern handele ganz automatisch.“ Ah ja…Bevor mein Mann also irgendwelchen Milchlieferanten an den Kragen wollte und von Vergiftungen Albträume bekam, ging ich der Sache auf den Grund.

Der Auslöser der Krise war auch noch selbstverschuldet. Statt die gute H-Milch, schien ich wohl aus Versehen Frischmilch gekauft zu haben. Die wurde dann einfach in den Vorratsschrank geräumt und nicht gekühlt. Dumm gelaufen, ist aber so. Meinem Mann gehe ich lieber aus dem Weg, auch wenn ich ihm als Wiedergutmachung 24 Liter beste H-Milch gekauft habe. Bis zur nächsten Krise….

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