Namastay away from me

Natürlich habe ich pünktlich zum Jahreswechsel mir überlegt, was ich im neuen Jahr alles besser machen will. Ganz oben auf meiner Liste stand diesmal nicht abnehmen (juhu – dazu gibt es dann bald einen Blogbeitrag), sondern die innere Ruhe! Frieden mit mir selbst, meiner Umwelt und einfach ruhig und gelassen sein.

Nach nur einem Monat später fühle ich mich gestresster als je zuvor. Vor lauter Freude habe ich auch noch eine Gastritis! Mein Problem ist nicht, dass ich zu viel arbeite und zu viel zu tun habe, denn das stresst mich eigentlich nicht. Mein Problem sind die Leute! Nicht nur die, die mich morgens im Auto wahnsinnig machen, weil sie einfach nicht von der Stelle kommen, sondern diejenigen, mit denen man viel Kontakt hat und die sich einfach angewöhnt haben, nur über sich zu sprechen.

Ich verstehe das – man hat einfach ein Mitteilungsbedürfnis und das ist auch okay. Habe ich ja schließlich auch. Doch sollte sich manch einer einfach mal nur die letzten seiner WhattsApp-Nachrichten durchlesen. Gibt es dort Fragen, wie es dem anderen geht? Oder erzählt man vielleicht einfach nur alles unaufgefordert und ungefiltert, was man gerade loswerden will?

Everything happens for a reason und ich weiß, dass ich einer der Gründe bin, warum dies passiert. Ich bekomme den Mund nicht auf. Viel zu oft platze ich innerlich, lächele aber äußerlich und schlucke es einfach runter. Ich weiß, dass es nicht der Weisheit letzter Schluss ist und ich mir selbst keinen Gefallen tue, weil ich konfliktscheu bin.

Aber Einsicht ist der erste Weg zur Besserung und ich habe ja noch 11 Monate in diesem Jahr meinen Vorsatz Taten folgen zu lassen. Also Obacht, wenn ich bald mit den magischen Worten „Wir müssen reden“ um die Ecke komme 😉 Aber zur Beruhigung an den ein oder anderen in meinem Umfeld. Es sind nicht alle so und bei sehr vielen bin ich sehr froh, dass sie Teil meines Lebens sind. Aber Freundschaft sollte keine Einbahnstraße sein und wer gehört werden will, muss vielleicht manchmal selbst auch mal zu hören. 

Abschied: Lieben heißt auch loslassen

Es ist schon vier Tage her, aber so wirklich realisiert, dass du gegangen bist, habe ich noch nicht. Jeden Morgen wenn ich die Treppe herunterkomme, will ich wie gewohnt nach dir gucken, dich begrüßen, aber da ist niemand mehr. Abends planen wir automatisch, wer wann noch einmal mit dir Gassi gehen soll, bis es uns einholt, dass du die letzte Reise ohne uns angetreten hast. Du fehlst mir – mehr als ich dachte, mehr als ich in Worte fassen kann und genau so sehr, wie du es verdient hast.

Ich danke dir für 16 gemeinsame Jahre und es tut mir leid, dass ich in den letzten beiden Jahren nicht immer fair zu dir war und dich mit dem Respekt behandelt habe, den du verdient hast. Die Lücke, die du hinterlässt ist groß, aber auch, was du mir mitgegeben hast. Viel zu schnell – besonders bei langen Beziehungen – vergisst man, was man alles für schöne Momente erlebt hat. Und auch wenn es Alltag gibt und stressige Situationen, sollten nie die Banalitäten mehr im Vordergrund stehen als die schönen und wahren Momente der gemeinsamen Zeit.

Für mich stand immer fest, dass ich dich nicht bis zum Ende begleiten kann. Zu sehr stoppte mich meine Angst, dass ich zu schwach dafür bin oder irgendetwas falsch mache. Als ich den Blick in deinen Augen sah und mit klar war, dass wir dich erlösen und gehen lassen müssen, wusste ich auch, dass wir ein Team sind und wir diesen Weg gemeinsam gehen. Ich bin so froh, dass ich mich überwinden konnte und auch sehr dankbar, dich bis zum Schluss in meinen Armen zu halten.

Auch wenn du für viele nur ein Hund warst, für uns warst du immer Teil dieser Familie. Du wirst immer etwas Besonderes bleiben und wir werden dich nie vergessen. Danke für die gemeinsamen Jahre. Auch wenn es am Schluss bestimmt nicht immer leicht war, möchte ich keine Sekunde davon missen. Ich wusste schon zu Lebzeiten, was ich an dir hatte, aber es wird einem noch viel bewusster, wenn man sieht, wie groß die Lücke ist, die du hinterlässt. Du fehlst mir!