Friends will be friends?

Ich muss schon gestehen, dass mir meine Freunde sehr wichtig sind. Ich bin vielleicht nicht die Einfachste im Umgang und gehöre auch eher zur Kategorie „anstrengend“, aber wenn ich Zeit mit meinen Freunden verbringe, ist mir Quality-Time sehr wichtig und ich bin nicht der größte Fan von oberflächlichen Gesprächen. Natürlich gibt es auch Zeiten, in denen man einfach nur Quatsch labert und lange nach Tiefgründigkeit suchen darf, aber bei diesen Leuten bin ich mir einfach sicher, dass wir eine Basis haben, für den anderen da sind und ich immer zu ihnen kommen könnte, wenn mich was belastet. Ich musste die Erfahrung machen, dass im steigende Alter die Anzahl deiner wirklich guten Freunde nicht unbedingt rapide in die Höhe geht. Gerade stehe ich vor der Herausforderung, dass meine ehemals beste Freundin und ich uns immer mehr aus den Augen verlieren. Wir haben beide viel zu tun mit Job, zwei Kindern und vielen anderen Verpflichtungen und uns trennen 700 Kilometer, aber selbst wenn wir Zeit haben, finden wir nicht die richtige Basis. Vielleicht haben sich unsere Leben in unterschiedliche Richtungen entwickelt? Vielleicht ist es ganz normal, dass im Laufe der Zeit sich die Freundschaft ändert. Früher war bei nahezu allen Sachen mein erster Gedanke: „Darüber muss ich unbedingt mit meiner Freundin sprechen!“ Mittlerweile ist das nicht mehr der Fall. Es gibt kaum noch Themen, wo ich das Bedürfnis verspüre, sie anzurufen oder ihr zu schreiben. Ich weiß nicht mal, woher das kommt. Wir hatten keinen Streit oder so – ich fürchte, wir haben uns einfach voneinander entfernt. Letzten Sommer gab es bei ihr einen großen Umbruch im Leben und sie konnte nicht mit mir darüber reden. Natürlich hat mich das verletzt und ich wäre gerne für sie da gewesen, aber manchmal ist es eben leichter mit jemanden von Angesicht zu Angesicht zu sprechen und nicht nur per Telefon oder Whatsapp zu kommunizieren. Vielleicht war das der Anfang vom Ende – ohne dass es mir bewusst war? Ich habe zwar versucht, ihr klarzumachen, dass ich für sie da bin, aber vielleicht kam das nicht so bei ihr an? Vielleicht wollte sie es diesmal auch nicht. Egal was es war, seitdem ist es auf jeden Fall anders zwischen uns. Früher hätte es nie ein unangenehmes Schweigen zwischen uns gegeben und als wir uns im Mai für ein paar Tage gesehen haben, war es da. Diese Stille, die sich falsch und unangenehm anfühlte, die wir aber beide nicht füllen konnten. In den letzten Jahre ist es auch so gewesen, dass wir uns nie alleine gesehen haben. Es waren immer die Kinder oder unsere Männer dabei und ein ungestörtes Gespräch war nur selten möglich. Vielleicht hätten wir unsere Freundschaft mehr schützen müssen und uns auch Zeit zu zweit nehmen müssen. Doch egal, was zu dem geführt hat, wo wir jetzt stehen. Sie wird immer einen Platz in meinem Leben haben. Ob als meine Trauzeugin, Patentante meiner Tochter oder ehemaligen besten Freundin. Vielleicht müssen wir jetzt einfach akzeptieren, dass es zwischen uns ist wie es ist und hoffen, dass es vielleicht mal wieder wird, wie es war. Und selbst wenn nicht, weiß ich, was wir zusammen hatten und das kann mir keiner nehmen.

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