Je oller desto doller

An diesem Wochenende musste ich mich wieder leicht über ein Mitglied meiner Familie wundern: diesmal über meinen Vater! Es ist schon etwas befremdlich als Tochter, wenn einem sein knapp 70-jähriger Vater unterbreitet, dass er sich das Wacken-Logo in die Haare rasieren lassen will. Okay man muss dazu sagen, dass er eine Wette verloren hat, aber allein die Vorstellung…Seit ein paar Jahren hat mein Vater seine Leidenschaft für Rockkonzerte und Festivals entdeckt. Während er in unserer Kindheit noch nicht mal einen Campingplatz betreten hätte, fährt er seit ein paar Jahren mit Hügel-Horst und KD nach Wacken. Sie sind wirklich ein Trio infernale und während wir beim ersten Wacken-Besuch noch Wetten abgeschlossen hatten, dass er es einmal und nie wieder macht, war mein Vater vor Lobeshymnen nicht zu bremsen. Mittlerweile sind die drei echte Profis, wissen wo der beste Zeltplatz ist, wann man am besten die Toilettenhäuschen besucht und neben welchem Kaffee-Wagen man sich positionieren sollte.

Doch nicht nur Wacken ist ein jährliches Highlight. Auch andere Konzerte werden besucht. So war er bei ACDC und erzählte es schon Wochen vorher voller Stolz. Nur meine Schwester hatte ihn nicht ganz verstanden und fragte mich nur: „Warum fährt Papa denn bis Hannover zum ADAC.“ Im letzten Jahr hatte ich die Freude mit meinem Vater das Aerosmith-Konzert in München zu besuchen und meinem Mann wurde die Ehre zuteil zu Manowar zu gehen. Da traf es mich eindeutig besser. Das Konzert war gut, wenn mein Vater nicht nur schon während der Vorband fleißig „Zugabe“ nach jedem Titel geschrien hätte. Ich fand das etwas befremdlich, aber mein Vater lachte nur freundlich, wenn sich die Leute regelmäßig zu uns fragwürdig guckend umdrehten. In unserem Block, wo wir standen, kannte man uns daher recht schnell. Mein Vater half auch noch lautstark dem neben uns stehendem Dieter den beim Bier holen verloren gegangenen Manni zu suchen und er war wohl auch der einzige, der es schaffte, seine Sonnenbrille, die ihm unterwegs abhanden gekommen war, in den Massen wieder zu finden. Bei Manowar war mein Vater wohl etwas ruhiger und auf die Frage, wie das Konzert war, meinte mein Mann nur: „Laut, sehr laut!“

In einem Monat geht die muntere Tournee weiter und diesmal werden meine kleine Schwester, ich und mein Vater die Altrocker von Guns’n’Roses bewundern dürfen. Ausgestattet sind wir schon mit T-Shirst und Co und ich bin sehr gespannt, auf wieviel „Zugabe, Zugabe!“ wir uns diesmal freuen dürfen. Auf jeden Fall wird es bestimmt ein Erlebnis und ich muss sagen, dass ich es gut finde, wenn man auch im Alter noch seinen Hobbies nachgeht und nicht bloß zu Hause sitzt. Vielleicht habe ich diese Eigenschaft vererbt bekommen und lasse es dann in 25 Jahren so richtig krachen. In diesem Sinne: ROCK ON!

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