Gibt dir das Leben Zitronen…

…oder eine anstrengende Familie, die ein Familientreffen plant, dann mach einfach das beste daraus oder trink Tequila. Am Sonntag war der große Tag gekommen – die Entscheidung für das Familientreffen musste fallen. Stadt oder Land? Kultur vs. Natur? Es wunderte mich wirklich, dass man bis zum frühen Nachmittag gar nichts mehr zu dem Thema hörte. Dann war es auch noch ausgerechnet meine Mutter, die dem Vorschlag mit einem Gemeinschafts-Schlafzimmer auf einer Alm zustimmte. Wichtig bei Familien-Whattsapp-Gruppen ist, dass man manche Beiträge wirklich liest. In dem Fall wurde die Information der Unterkunft beziehungsweise Aufteilung der Familien per Mail und nur die Information über die Mail per Whattsapp geschickt. Meine Mutter hatte nur leider beides nicht gelesen. Natürlich rief sie mich kurz danach an: „Jetzt ist hoffentlich Ruhe bei der Diskussion.“ „Ja! Hab mich aber gewundert, dass du auf einer Alm schlafen willst, mit allen zusammen in einem Raum.“ „Wie? Warum das denn? Das mache ich im Leben nicht.“ Ich klärte sie kurz auf und schon lief der Telefondraht heiß. Eins muss man meiner Mutter immer zugute halten – sie kann sich durchsetzen. Ein Gespräch mit meiner Tante reichte aus, um uns das Ergebnis, dass wir uns jetzt in München in einem Hotel treffen, mitzuteilen. Auch wenn die Berge toll sind und Natur Spaß macht, muss man einfach sagen, dass der logistische Aufwand für eine beziehungsweise zwei Übernachtungen in keinem Verhältnis steht. Knapp 80 Prozent der Familie hat einen Anfahrtsweg von über 600 Kilometern und da macht es doch einfach Sinn, wenn man ein Ziel wählt, was gut zu erreichen ist und man nicht noch Bettwäsche und Co mitschleppen muss. Ich konnte mich mit dem Ergebnis anfreunden, aber es war und ist natürlich noch nicht das letzte Wort gesprochen worden. Die Gegenseite, beziehungsweise die Familie meiner Tante, überlegt jetzt noch, ob wir das Familientreffen überhaupt stattfinden lassen. Sie wollen Natur und sind jetzt eben bockig. Ich dachte ja immer, dass das Treffen dafür ist, dass man sich mal wieder in großer Runde sieht und austauscht, aber was weiß ich denn…

Sollte das Treffen aber stattfinden und zwar wie geplant im Hotel, haben wir auch schon einmal den Samstagabend geplant. Zu meiner großen Freude sollen alle zu uns nach Hause kommen. München hat auch einfach nicht mehr zu bieten, als ein etwas chaotisches Quattrohaus, was jetzt nicht gerade vor Üppigkeit platzt, und wo sich zwei kleine Kinder und ein dementer Hund zurückziehen können, aber…Insgeheim hoffe ich, dass sich entweder jeder entspannt und man sich zwei nette Tage macht oder dass man das Treffen absagt. Es hätte doch alles so schön sein können, wären da nicht immer diese Befindlichkeiten. Und davon gibt es bei mir in der Familie – mich leider nicht ausgenommen – definitiv genug…

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